Unsere Forschungsmethoden

Innerhalb von GROCE wird eine Kombination aus in situ Beobachtungen, Fernerkundung und numerischer Modellierung von Eisströmen, Gletschern und dem Ozean eingesetzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Ozeanographie, der Glaziologie, der Geodäsie und der Eisschildmodellierung führen ihre Ergebnisse zusammen, um dadurch ein besseres Verständnis dieses komplexen Systems zu erlangen.Hier stellen wir Euch die wichtigsten Methoden unserer Forschung vor.

Mit bodengebundenen, geodätischen Messungen der vertikalen Deformation wird der summarische Effekt von glazial-isostatischen Ausgleichsprozessen und der elastischen Deformation aufgrund der rezenten Eismassenbilanz erfasst.

Basales Schmelzen unter der Gletscherzunge wird als ein wesentlicher Faktor für die Destabilisierung des Gletschers und des speisenden Eisstroms vermutet. Die Bestimmung von basalen Schmelzraten unter der schwimmenden Eiszunge des 79NG wird durch phasensensitives Radar (pRES) ermöglicht.

Die Daten verschiedenster nationaler und europäischer SAR-Systeme wie TerraSAR-X und TanDEM-X, COSMO-Skymed, Sentinel-1 sowie Archivdaten von ERS-1/2 und ENVISAT SAR) werden genutzt, um die Aufsetzlinie sowie die supra-glazialen Schmelzwasserflächen in ihrer räumlichen und zeitlichen Variation zu erfassen.

Das Verständnis der Dynamik des Übergangs zwischen dem gegründeten Inlandeisteil eines Gletschers und der schwimmenden Zunge, die sogenannte Aufsetzlinie, ist essentiell für Prognosen des Beitrags eines Gletschers zum Meeresspiegel.

Die Verteilung des basalen Schmelzwassers und deren Änderung lässt sich durch die Messung und Interpretation der Verteilungen von Helium und Neon-Isotopen von den Kavernen unter der Gletscherzunge, über die Fjorde, die Randströme bis in das Beckeninnere, bestimmen.

Zur Bestimmung der Eigenschaften des Ozeans um den 79°N Gletscher werden Verankerungen auf dem Schelf unmittelbar vor der Gletscherzunge ausgelegt, die die Strömung, Temperatur und Salzgehalt kontinuierlich aufzeichnen.

Meteorologische Beobachtungen der bodennahen Atmosphäre, ein regionales Atmosphärenmodell und ein Massenbilanzmodell der Gletscheroberfläche sind essentielle Methoden, um die Oberflächenschmelze des Gletschers zu berechnen und die Wechselwirkungen zwischen atmosphärischen Prozessen und der Reaktion des Gletschers zu untersuchen.

Projektförderung

Koordination

Prof. Dr. Torsten Kanzow

Alfred-Wegener-Institut
Bussestraße 24
27568 Bremerhaven
+49(471)4831-2913
Torsten.Kanzow@awi.de

Website: Mario.Hoppmann@awi.de

Projektpartner