Phasensensitive Radarsysteme (pRES) zur Bestimmung basaler Schmelzraten

Basales Schmelzen unter der Gletscherzunge wird als ein wesentlicher Faktor für die Destabilisierung des Gletschers und des speisenden Eisstroms vermutet.

Ein wichtiger Aspekt von GROCE ist die Bestimmung von basalen Schmelzraten unter der schwimmenden Eiszunge des 79NG. Letztere können aus wiederholten Messungen der Eisdicke an einem Ort abgeleitet werden. Herkömmliche Radarsysteme können dabei verwendet werden, um aus Laufzeitmessungen die Eisdicke abzuleiten. Jedoch ist die Umrechnung der Laufzeit zu Eisdicken mit beträchtlichen Unsicherheiten verbunden. Die Messauflösung kann durch Auswertung der Phase der wiederholten Radarmessungen deutlich erhöht werden. So ein System wird als phasensensitives Radar (pRES) bezeichnet.

Für die Erfassung des basalen Schmelzens werden solche phasensensitive Radarstationenauf dem schwimmenden Teil des Gletschers installiert, die die Schmelzraten kontinuierlich über den Jahresverlauf registrieren. Um auch die räumliche Verteilung der mittleren Schmelzraten zu erfassen, sollen diese Zeitreihen durch eine flächendeckende, Radarvermessungen der Eisdicken während der iGRIFF Kampagne in 2017 und durch entsprechende Wiederholungsmessungen in 2018 ergänzt werden.